Nordnorwegen mit dem Camper

Nordnorwegen mit dem Camper. Sonne über dem Meer.

Als wir das Schild „Willkommen in Nordnorwegen“ am Straßenrand entdeckten, wussten wir sofort: Jetzt beginnt ein ganz besonderer Abschnitt unserer Reise.

Schon die Wochen zuvor hatte uns Norwegen mit seiner beeindruckenden Natur begeistert. Doch je weiter wir nach Norden fuhren, desto stärker veränderte sich die Landschaft. Die Berge wurden schroffer, die Straßen ruhiger und plötzlich begegneten uns nicht mehr überall Schafe, sondern immer häufiger Rentiere.

Nordnorwegen fühlt sich einfach anders an.

In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf unsere Reise bis zum Nordkap. Ich erzähle dir von unseren schönsten Erlebnissen, besonderen Orten, den Kosten unserer Reise und verrate dir, ob sich der lange Weg wirklich lohnt.

Falls du unseren ersten Beitrag noch nicht gelesen hast, findest du dort viele spannende Fakten und hilfreiche Tipps rund um Norwegen.
Wissenswertes über Norwegen – 35 spannende Fakten und Reisetipps

Auch unseren Beitrag über die ersten Wochen in Norwegen kannst du hier nachlesen:
Unsere ersten zwei Wochen in Norwegen

Inhaltsverzeichnis


Willkommen in Nordnorwegen,
Ein Moment, den wir nie vergessen werden

Für mich begann Nordnorwegen nicht an einer bestimmten Stadt oder einem bekannten Aussichtspunkt. Es begann mit einem einfachen Straßenschild. Dort stand: Velkommen til Nord-Norge.

Das klingt vielleicht unscheinbar, doch genau in diesem Moment wurde uns bewusst, wie weit wir bereits gekommen waren. Wochenlang waren wir bereits mit unserem Camper durch Norwegen unterwegs gewesen und plötzlich begann ein völlig neuer Abschnitt unserer Reise.

Ab hier veränderte sich die Landschaft Stück für Stück. Die Berge wirkten höher, rauer und spitzer. Es gab immer weniger Bäume und stattdessen immer mehr weite Landschaften. Wasserfälle sahen wir plötzlich fast ständig während der Fahrt. Viele stürzten direkt neben der Straße mehrere hundert Meter in die Tiefe.

Leider konnte man nicht überall anhalten. Oft blieb nur der kurze Blick aus dem Seitenfenster und trotzdem waren diese Momente jedes Mal beeindruckend. Auch die Straßen veränderten sich. Während wir im Süden viele kurvige Passstraßen gefahren waren, wurden die Straßen im Norden häufig etwas gerader und dadurch deutlich entspannter zu fahren.

Das Wetter passte auf unserer gesamten Reise erstaunlich gut zu unseren Plänen. Immer wenn wir längere Strecken fahren mussten, regnete es häufig oder war bewölkt. Sobald wir etwas unternehmen wollten, kam oft die Sonne heraus oder es blieb zumindest trocken. ‚
Ob das Zufall war? Vielleicht. Für uns fühlte es sich jedenfalls perfekt an.

Was uns außerdem sofort auffiel, war die Ruhe. Der Norden Norwegens wirkte auf uns deutlich entspannter als viele Regionen im Süden. Weniger Verkehr, weniger Menschen und das Gefühl, dass die Natur hier noch einmal eine ganz andere Rolle spielt. Genau deshalb hat uns Nordnorwegen vom ersten Moment an begeistert.


Laksforsen, Hier konnten wir tatsächlich Lachse beobachten

Unsere erste größere Pause machten wir am Laksforsen. Schon aus der Ferne hörten wir das laute Rauschen des Wassers. Der Wasserfall gehört zu den bekanntesten Lachswasserfällen Norwegens und ist nicht nur wegen seiner Größe beeindruckend.

Mit etwas Glück kann man hier tatsächlich beobachten, wie Lachse flussaufwärts springen. Genau das konnten wir erleben.

Der Wasserfall selbst ist ebenfalls wunderschön und eignet sich perfekt für eine Pause auf der Weiterfahrt. Für uns war das einer dieser Orte, die man vorher gar nicht auf dem Schirm hatte und die am Ende trotzdem lange in Erinnerung bleiben.


Über die Helgelandsbrücke Richtung Polarkreis

Je weiter wir Richtung Norden fuhren, desto spektakulärer wurde die Landschaft. Ein besonderes Highlight war für uns die Fahrt über die Helgelandsbrücke. Von dort oben hat man einen wunderschönen Blick über das Wasser und die umliegenden Berge.

Unterwegs kamen wir außerdem an mehreren Gletschern vorbei. Diese konnten zwar nur im Rahmen einer geführten Tour besucht werden, doch selbst von der Straße aus waren sie beeindruckend anzusehen.

Allein die Fahrt durch diese Landschaft machte unglaublich viel Spaß. Immer wieder wechselten sich Berge, Seen, Wasserfälle und kleine Orte miteinander ab. Genau diese Abwechslung macht das Reisen durch Nordnorwegen so besonders.


Arctic Circle Center, Wir haben den Polarkreis überquert

Neben einem Souvenirshop gibt es dort auch ein kleines Kino. Dort läuft ein Film darüber, wie das Leben am Polarkreis im Winter aussieht. Ehrlich gesagt konnte ich kaum glauben, welche Schneemengen dort jedes Jahr fallen. Selbst nachdem ich den Film gesehen hatten, konnte ich mir kaum vorstellen, wie extrem der Winter dort wirklich sein muss.

Auch die kleine Wanderung rund um das Center hat mir sehr gefallen. Dabei fiel mir auf, dass Besucher ausdrücklich darum gebeten werden, keine Steintürme zu bauen. Diese Steinmännchen bringen weder Glück noch haben sie eine besondere Bedeutung. In unübersichtlichem Gelände dienen sie als wichtige Wegemarkierungen und helfen Wanderern bei der Orientierung. Viele denken, das Aufschichten einzelner Steine sei harmlos. Tatsächlich kann es jedoch empfindliche Ökosysteme stören, den Lebensraum kleiner Tiere zerstören und die natürliche Landschaft verändern. Deshalb habe ich mich selbstverständlich an die Bitte gehalten.

Eine Nacht verbrachten wir sogar direkt auf dem Parkplatz des Arctic Circle Centers. Es war ruhig, friedlich.

Im Winter ist das Center übrigens geschlossen. Durch den Film konnte ich trotzdem einen spannenden Eindruck davon bekommen, wie anders dieser Ort wenige Monate später aussieht.

Mehr Infos zum Arctic Center findest du hier.


Die E6,Kilometer voller beeindruckender Natur

Nach dem Polarkreis folgten wir weiterhin der E6, der wichtigsten Nord-Süd-Verbindung Norwegens. Auf der Karte wirkt die Strecke oft gar nicht so besonders.

In Wirklichkeit gehört sie für uns zu den schönsten Straßen, die wir bisher gefahren sind. Fast hinter jeder Kurve erwartete uns eine neue Aussicht. Mal blickten wir auf hohe Berge.

Dann wieder auf kleine Seen. Kurz darauf führte die Straße direkt an einem Fjord entlang oder durch lange Täler. Je weiter wir nach Norden kamen, desto karger wurde die Landschaft. Es gab immer weniger Bäume. Dafür wirkten die Berge immer wilder und beeindruckender.
Auch die Tankstellen wurden seltener.

Deshalb unser Tipp:
Tanke lieber etwas früher als zu spät. Gerade in Nordnorwegen liegen die nächsten Tankstellen teilweise weit auseinander und die Preise steigen häufig ebenfalls etwas an.


Rentiere gehören hier einfach zum Alltag

Wenn man an Norwegen denkt, denken viele zuerst an Elche. Im Norden waren es bei uns allerdings ganz klar die Rentiere, die unseren Alltag bestimmten. Teilweise standen sie direkt neben der Straße. Manchmal liefen ganze Herden über die Fahrbahn.

An anderen Tagen entdeckten wir sie sogar am Strand. Insgesamt haben wir weit über 100 Rentiere gesehen. Und jedes einzelne sorgte wieder für ein Lächeln. Besonders lustig fanden wir das Geräusch ihrer Hufe.

Wenn Rentiere über die Straße liefen, klang es fast so, als würde jemand mit hohen Schuhen über den Asphalt laufen. Ein Geräusch, das wir so schnell nicht vergessen werden.
Zwei mittelgroße Elche begegneten uns ebenfalls. Auch das war ein tolles Erlebnis.

Im Gegensatz zu Rentieren leben Elche meist alleine und zeigen sich deutlich seltener. Wer beide Tiere einmal in freier Wildbahn sehen durfte, merkt schnell, wie unterschiedlich sie eigentlich sind.

Tromsø
Eine Stadt, die uns positiv überrascht hat

Viele Reisende fahren direkt weiter zum Nordkap. Wir entschieden uns bewusst für einen Zwischenstopp in Tromsø. Und genau das würden wir jederzeit wieder machen.

Schon bei der Ankunft fiel uns auf, wie sauber die Stadt wirkt. Obwohl Tromsø sehr bekannt ist, war es deutlich entspannter als Bergen. Natürlich waren Menschen unterwegs. Aber längst nicht so viele wie wir erwartet hatten.

Wir parkten hinter der bekannten Brücke und liefen anschließend zu Fuß in die Innenstadt. Dort holten wir uns ein leckeres Frühstück und setzten uns damit an den Hafen. Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir den Blick auf das Wasser und die umliegenden Berge genießen. Für uns war das einer der entspanntesten Morgen unserer gesamten Norwegenreise.

Besonders gefreut hat uns außerdem, dass Keisy sogar mit in einen Souvenirshop durfte. Das erleben wir nicht überall. Gerade als Hundebesitzer sind solche kleinen Momente oft besonders schön. Auch die Mischung aus modernen Gebäuden, bunten Häusern im Hintergrund hat uns sehr gefallen. Tromsø hat für uns genau die richtige Größe. Groß genug, um viel zu entdecken. Klein genug, um trotzdem gemütlich zu bleiben.


Die lange Fahrt zum Nordkap

Nach Tromsø lagen noch viele Kilometer vor uns. Philipp fuhr an diesen Tagen sehr viel, während sich draußen eine Landschaft an die nächste reihte. Von unserem Parkplatz bei Sørstraumen ging es weiter Richtung Norden. In Russenes legten wir eine Pause ein und frühstückten erst einmal. Danach saßen wir wieder lange im Camper, aber langweilig wurde die Fahrt trotzdem nicht.

Je weiter wir nach Norden kamen, desto häufiger sahen wir Rentiere. Manche standen am Straßenrand, andere liefen in kleinen Gruppen über die Fahrbahn. Auf dem Weg zum Nordkap entdeckten wir sie sogar am Strand.

Auch die Landschaft auf dem Weg zum Nordkap war wunderschön. Kleine Inseln, dunkles Wasser, raue Berge und immer wieder weite Ausblicke sorgten dafür, dass selbst dieser lange Fahrtag zu einem Erlebnis wurde. Die Straßen waren größtenteils gut und deutlich gerader als viele Strecken im Süden Norwegens. Dadurch empfand ich das Fahren im Norden als entspannter, auch wenn wir an diesem Tag sehr lange unterwegs waren.

Die Lofoten haben wir bewusst ausgelassen. Sie hätten zeitlich nicht mehr in unsere Route gepasst und wir wollten nicht noch mehr in diese Reise hineinpressen. Rückblickend war das für uns die richtige Entscheidung. Unsere Route und die Dauer haben für uns genau so gepasst.


Der Nordkap-Moment, den ich nie vergessen werde

Und dann haben wir es tatsächlich geschafft. Wir standen am Nordkap.

Dabei war dieser Ort vor unserer Reise nicht einmal fest auf unserer To-do-Liste. Natürlich kannte ich die Bilder und wusste, dass viele davon träumen, einmal dort zu stehen. Manche machen sich gezielt auf den langen Weg und andere erreichen den Ort am Ende doch nicht. Dass wir plötzlich selbst dort waren, hat mich deshalb besonders berührt.

Die Aussicht war überwältigend. Vor uns lagen das Meer, die steilen Felsen und eine Weite, die sich kaum auf einem Foto festhalten lässt. Der Nordkapfelsen ist zwar nicht der geografisch nördlichste Punkt des europäischen Festlands, dieser liegt an einer benachbarten Landzunge und ist nur zu Fuß erreichbar, aber das hat den Moment für mich nicht weniger besonders gemacht.

Wir warteten sogar darauf, von der Livekamera aufgenommen zu werden. Ein kleines, vielleicht etwas verrücktes Erlebnis, das trotzdem unbedingt dazugehört hat. Es war auch einfach super lustig.

Am Nordkap wurde mir wieder bewusst, wie oft wir Dinge auf später verschieben. Später reisen. Später etwas Neues wagen. Später einen Traum erfüllen. Aber niemand weiß, wie lange dieses „später“ eigentlich dauert.

In diesem Moment war ich einfach von Herzen dankbar. Dankbar für diese Reise, für Philipp, für Keisy und dafür, dass wir gemeinsam so weit gekommen sind. Ich war dankbar für all die Erlebnisse, die schwierigen Tage und die wunderschönen Augenblicke dazwischen.

Manchmal muss man nicht jahrelang auf den perfekten Moment warten.
Manchmal muss man einfach losfahren.

Lohnt sich das Nordkap?

Für mich ganz klar: Ja. Ich weiß, dass manche Reisende sagen, der Nordkap sei zu touristisch oder am Ende nur ein großer Parkplatz mit einer bekannten Weltkugel. Und natürlich ist der Ort kein einsames Naturparadies.

Trotzdem fand ich ihn absolut sehenswert. Schon die Fahrt dorthin war wunderschön. Die Inseln, das Wasser, die rauen Berge und die vielen Rentiere machten den Weg zu einem Teil des Erlebnisses. Auch die Aussicht vom Nordkap selbst war gigantisch.
Wer nur für ein schnelles Foto hinfährt, empfindet den Ort vielleicht anders. Für mich war es jedoch die gesamte Reise dorthin, die diesen Tag so besonders gemacht hat.

Am Abend bereiteten wir noch unser Essen am Nordkap zu und fuhren anschließend weiter zu unserem nächsten Stellplatz.

Wir hatten an diesem Tag sehr lange im Camper gesessen. Trotzdem war es für mich ein absoluter Museumstag,ein Tag, an dem so viele Eindrücke zusammenkommen, dass man sie am liebsten für immer abspeichern möchte.


Mitternachtssonne statt Sternenhimmel

Als ich auf mein Handy schaute, wurde der Sonnenuntergang in 24 Uhr angezeigt.

Doch wirklich dunkel wurde es nicht. Die Mitternachtssonne gehört zu den Erlebnissen, die man sich vorher kaum vorstellen kann. Der Tag endet, aber das Licht bleibt. Selbst spät am Abend sieht die Landschaft noch so aus, als würde die Sonne gleich wieder höher steigen.

Unseren letzten richtigen Sternenhimmel hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon sehr lange nicht mehr gesehen. Das klingt zunächst vielleicht seltsam, aber irgendwann vermisst man sogar die Dunkelheit ein wenig. Gleichzeitig war es faszinierend, nachts aus dem Camper zu schauen und trotzdem noch die Landschaft erkennen zu können.

Für den Alltag im Camper war das ungewohnt. Ohne Verdunkelung wäre an Schlaf kaum zu denken gewesen. Ein hoch auf die Verdunkelung. Trotzdem gehört auch dieses Gefühl für mich ganz klar zu Nordnorwegen.


Unser schönster Stellplatz in Norwegen

Einer unserer schönsten Stellplätze lag bei Røssby an der Küste. Der Platz war ruhig, die Umgebung wunderschön und das Wasser direkt in der Nähe. Nach den vielen Kilometern und Eindrücken tat es gut, einfach anzukommen, mit Keisy spazieren zu gehen und die Ruhe zu genießen. Solche Orte sind für mich der eigentliche Grund, warum ich so gerne mit dem Camper reise. Nicht jeder Tag braucht eine große Sehenswürdigkeit. Manchmal reicht ein ruhiger Parkplatz, eine schöne Aussicht und das Gefühl, für einen Moment genau am richtigen Ort zu sein.


Die letzten Kilometer bis Finnland

Vom Nordkap bis zur finnischen Grenze brauchten wir noch ungefähr zwei Tage. Am Stück wäre die Strecke natürlich schneller machbar gewesen, aber wir wollten auch diesen letzten Teil nicht einfach nur hinter uns bringen.

Unser letzter Stellplatz in Norwegen lag auf einem Parkplatz vor Karasjok. Von dort waren es am nächsten Morgen nur noch ungefähr 20 Minuten bis zur Grenze. Das fühlte sich aufregend an.

Nach 31 Tagen, fast 5.000 Kilometern und unzähligen Eindrücken sollten wir Norwegen tatsächlich verlassen. Einerseits war ich neugierig auf Finnland. Andererseits war es merkwürdig, einem Land den Rücken zu kehren, das uns landschaftlich so oft sprachlos gemacht hatte.

Nordnorwegen mit dem Camper, unsere Reise in Zahlen

Zahlen können nicht zeigen, wie sich eine Reise angefühlt hat. Trotzdem machen sie deutlich, welche Strecke hinter uns lag.

Unsere Norwegenreise auf einen Blick

  • Zeitraum: 27. Juni bis 28. Juli 2026
  • Dauer: 31 Tage und knapp zwei Stunden
  • Gesamtstrecke: 4.907 Kilometer
  • Reine Fahrzeit: 3 Tage, 6 Stunden und 8 Minuten
  • Übernachtungsplätze: 28
  • Durchschnittsgeschwindigkeit: 62,8 km/h
  • Höchster aufgezeichneter Punkt: 1.404 Meter
  • Gesehene Rentiere: weit über 100
  • Gesehene Elche: zwei
  • Nördlichstes Reiseziel: Nordkap

Die Durchschnittsgeschwindigkeit zeigt ziemlich gut, wie langsam man in Norwegen teilweise vorankommt. Viele Straßen führen durch Berge, Tunnel oder an Fjorden entlang. Dazu kommen Fähren und natürlich unsere vielen spontanen Stopps.

4.907 Kilometer klingen erst einmal enorm. Für die Länge Norwegens und unsere Route war die Strecke für uns jedoch genau richtig. Ich würde rückblickend weder deutlich mehr Orte einbauen noch die Reise kürzer planen.

-> In meinem ersten Norwegen-Reisebericht erzähle ich ausführlich von der Einreise, den ersten Wochen und den Erlebnissen im Süden:
Zwei Wochen Norwegen mit dem Camper

->Unsere persönlichen Highlights aus Süd- und Mittelnorwegen findest du hier:
Die schönsten Orte in Norwegen mit dem Camper

Was 31 Tage Norwegen gekostet haben

Norwegen gilt als teuer. Deshalb habe ich unsere Ausgaben während der Reise möglichst genau notiert. Insgesamt haben wir in 31 Tagen 2.243,51 Euro ausgegeben.

Unsere Kosten im Überblick

  • Tanken: 946,47 Euro
  • Lebensmittel und Einkäufe: 544,20 Euro
  • Shopping: 241,21 Euro
  • Restaurants und Cafés: 173,90 Euro
  • Straßen und Maut: 160,30 Euro
  • Fähren und Seilbahn: 104,03 Euro
  • Tunnel: 32,00 Euro
  • Parken: 21,40 Euro
  • Campingplatz: 20,00 Euro

Gesamtausgaben: 2.243,51 Euro

Der größte Posten war eindeutig der Diesel. Das überrascht bei fast 5.000 gefahrenen Kilometern allerdings nicht. Auch beim Einkaufen haben wir die höheren Preise deutlich gemerkt. Wir haben meistens selbst gekocht und trotzdem mehr ausgegeben als in Deutschland oder Schweden. Besonders Salami, Gemüse und einige andere Lebensmittel waren teilweise deutlich teurer.

Unter „Shopping“ fallen unter anderem Dinge, die wir unterwegs gekauft haben, kleine Souvenirs und andere Anschaffungen. Wir haben uns außerdem Kuchen, Zimtschnecken, Kaffee oder Eis gegönnt. Die Reise sollte schließlich nicht nur daraus bestehen, jeden Euro dreimal umzudrehen.

Dass wir für Campingplätze lediglich 20 Euro bezahlt haben, liegt daran, dass wir fast immer frei oder auf einfachen Park- und Stellplätzen übernachtet haben. Insgesamt standen wir an 28 unterschiedlichen Orten.
Versorgungsstationen für Frischwasser, Abwasser und die Toilettenentsorgung waren kostenlos. Dadurch konnten wir auch ohne häufige Campingplatzbesuche gut durch Norwegen reisen.

Wichtig zu den Kosten:
Unsere Ausgaben sind kein allgemeingültiges Reisebudget. Wer weniger fährt, häufiger auf Campingplätzen steht, öfter essen geht oder kostenpflichtige Aktivitäten bucht, wird auf eine andere Summe kommen. Unsere Übersicht zeigt, was unsere persönliche Norwegenreise tatsächlich gekostet hat.


War Nordnorwegen teurer als der Süden?

Besonders beim Tanken fiel uns auf, dass die Tankstellen im Norden seltener wurden und die Preise teilweise höher lagen.

Deshalb würde ich nicht warten, bis der Tank fast leer ist. Lieber an einer passenden Tankstelle etwas früher auffüllen, als später lange nach der nächsten Möglichkeit suchen zu müssen.

Auch Supermärkte liegen weiter auseinander. Eine kleine Planung hilft deshalb, unnötige Umwege zu vermeiden.

Viele der schönsten Erlebnisse haben dagegen gar nichts gekostet:

  • die Fahrt durch die Landschaft
  • die Rentiere am Straßenrand
  • Wanderungen am Polarkreis
  • die Mitternachtssonne
  • Wasserfälle entlang der Route
  • Frühstück am Hafen von Tromsø
  • ruhige Abende an der Küste

Genau das relativiert für mich die hohen Preise ein wenig. Norwegen ist kein günstiges Land, aber seine größte Sehenswürdigkeit ist die Natur und für die braucht man häufig kein Ticket.


Was wir bei der Route anders machen würde

Ehrlich gesagt: nichts Grundlegendes. Natürlich gibt es noch viele Orte, die wir nicht gesehen haben. Die Lofoten gehören dazu. Auch andere Regionen hätten wir noch intensiver erkunden können. Aber jede zusätzliche Station hätte mehr Fahrzeit und weniger Ruhe bedeutet.

Unsere Route fühlte sich für uns genau richtig an. Wir haben unglaublich viel gesehen, ohne jeden Tag einem festen Plan hinterherzufahren. Wir konnten spontan anhalten, schöne Plätze genießen und trotzdem unser Ziel am Nordkap erreichen. Nordnorwegen muss nicht komplett abgehakt werden. Man darf auch mit offenen Wünschen weiterreisen. Vielleicht sind genau diese ausgelassenen Orte später ein Grund, noch einmal zurückzukommen.


Mein Fazit zu Nordnorwegen mit dem Camper

Wenn ich Nordnorwegen in drei Begriffen beschreiben müsste, wären es:
Unfassbare Natur. Viele Berge. Viele Tunnel.
Der Norden hat mir persönlich besser gefallen als viele Regionen im Süden. Die Landschaft wirkte rauer, ruhiger und noch einmal ursprünglicher. Die Straßen waren teilweise gerader, der Verkehr entspannter und die vielen Rentiere machten beinahe jeden Fahrtag besonders.

Das Wetter war kühler und etwas regnerischer, passte aber erstaunlich gut zu unseren Plänen. Wenn wir lange gefahren sind, regnete es häufiger. Sobald wir etwas unternehmen wollten, blieb es meistens trocken oder die Sonne kam heraus.

Der Polarkreis, Tromsø und natürlich der Nordkap gehören zu den Momenten, die ich nicht vergessen werde.

Trotzdem möchte ich ehrlich bleiben: Norwegen wäre für mich kein Land, in das ich auswandern möchte. Die Natur ist unfassbar schön und einzigartig, aber zum dauerhaften Leben fehlt mir persönlich etwas.


Häufige Fragen zu Nordnorwegen mit dem Camper


Wie es im nächsten Beitrag weitergeht

Nach 31 Tagen haben wir Norwegen verlassen und sind nach Finnland gefahren.

Schon die ersten Kilometer fühlten sich anders an. Die Landschaft wurde flacher, die Straßen weiter und plötzlich änderte sich nicht nur das Land, sondern auch die Uhrzeit.

Im nächsten Beitrag erzähle ich von unseren ersten zwei Wochen in Finnland, unserem ersten Eindruck, ruhigen Stellplätzen, dem Kevo-Nationalpark und davon, warum sich Finnland für mich vom ersten Tag an überraschend vertraut angefühlt hat.


Danke, dass du mich bis hierher begleitet hast

Ich freue mich sehr, dass du dir die Zeit genommen hast, meinen letzten Norwegen-Beitrag zu lesen.

Diese Reise bestand nicht nur aus Kilometern, Kosten und Orten auf einer Karte. Es waren vor allem die kleinen Momente, die sie besonders gemacht haben: Rentiere am Straßenrand, Frühstück am Hafen, ein verregneter Fahrtag, die Sonne um Mitternacht und dieses überwältigende Gefühl am Nordkap.

Warst du selbst schon einmal in Nordnorwegen oder steht der Nordkap noch auf deiner Wunschliste?

Schreib mir gerne in die Kommentare, welcher Ort dich am meisten interessiert oder welche Erfahrung du bei deiner eigenen Reise gemacht hast.

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