
Unsere erste Woche in Schweden mit dem Camper war gleichzeitig wunderschön, chaotisch und voller neuer Eindrücke.
Irgendwann mitten in der Nacht, zwischen schaukelnder Fähre, Diesel Geruch und viel zu starkem Kaffee, wurde uns klar: Wir sind wirklich
unterwegs.
Nicht mehr nur am Planen. Nicht mehr „bald geht’s los“.
Sondern wirklich in Schweden.
Und ganz ehrlich?
Irgendwie genau das,
was wir gebraucht haben.
Mit der Fähre von Rostock nach Trelleborg
Keisy hat die Fahrt bis Rostock wieder richtig toll gemacht. Mittlerweile legt sie sich einfach hin, beobachtet alles und fährt entspannter mit als mancher Mensch. Bevor wir zum Hafen gefahren sind, haben wir uns noch schnell günstige Leberkäsebrötchen geholt und unsere 5kg Gasflasche an einem Automaten aufgefüllt.
21:05 Uhr standen wir dann am Hafen zum Einchecken.
Was uns direkt überrascht hat:
Wie viele Fahrzeuge auf so eine Fähre passen.
Und nein, nachts ist es dort absolut nicht leerer. Überall standen LKWs, Camper und Autos. Irgendwie verrückt, wenn man davorsteht und denkt: Das soll alles da drauf passen?
Eigentlich sollte die Fähre um 23:15 Uhr losfahren. Am Ende wurde es Mitternacht. Wir uns noch ein bisschen auf der Fähre umgesehen.
Das Hunde-WC bestand übrigens einfach aus Steinen und einem Stock. Keisy hat sich das angeschaut und beschlossen, dass sie da sicher nicht draufgeht. Die Fähre selbst war ordentlich und wirklich schön gemacht. Unsere Kabine war vollkommen okay. Beim Reingehen roch es leicht nach Diesel und die Seife im Bad hatte irgendwie diesen typischen Duft, den ältere Leute früher immer hatten .
Einschlafen war erstmal schwierig, weil die Wellen teilweise ganz schön heftig waren. Irgendwann ging’s dann aber doch. Ab und zu hat man Möwen gehört.
Keisy hat zuerst unten geschlafen und kam morgens irgendwann zu mir ins Bett gekrochen. Philipp dagegen hatte eher Probleme mit der Matratze. 4:30 Uhr klingelte der Wecker.
4:45 Uhr lief plötzlich Musik über die Lautsprecher und eine Durchsage kam, dass wir bald ankommen.
Völlig verschlafen sind wir runter ins Restaurant gegangen und haben Kaffee geholt. Der Kaffee war so stark, dass er wahrscheinlich Tote geweckt hätte. Uns hat er trotzdem nur bedingt geholfen.

Ankommen in Schweden
Kurz nach 6 Uhr morgens rollten wir dann in Trelleborg von der Fähre. Keine Kontrolle.
Niemand wollte irgendwas sehen.
Vielleicht hatte einfach niemand Lust, morgens bei Nieselregen Fahrzeuge zu kontrollieren.
Direkt die ersten Stunden in Schweden haben sich irgendwie anders angefühlt. Ruhiger. Die Leute hier gehen selbst bei strömendem Regen entspannt spazieren, joggen oder stehen gemütlich auf dem Parkplatz und ziehen sich um. Ohne schlechte Laune. Ohne Stress.
In Deutschland bleiben viele bei so einem Wetter lieber direkt drin.
Hier irgendwie nicht. Und fast jeder grüßt mit einem kleinen „Hey“ oder „Hey hey“.
Wälder, Regen und unser erster Stellplatz
Was uns sofort aufgefallen ist: Die Wälder hier sind unfassbar dicht. Teilweise so dicht, dass man auf Google Maps kaum noch Wege erkennt.
Und nein: Nicht alle Häuser in Schweden sind rot.
Schon morgens gegen 8 Uhr hatten wir unseren Stellplatz bis Freitag gefunden. Mitten im Wald auf einem gepflasterten Parkplatz in Svedala.
Es hat geregnet, wir waren müde und ehrlich gesagt einfach froh, erstmal angekommen zu sein. Also wurde erstmal geschlafen. Später haben wir noch ein bisschen gearbeitet, gelernt und den Ort erkundet.
Irgendwie verrückt, wie schnell man nach so einer Nacht einfach nur froh über Ruhe ist.
Reifenwechsel in Schweden
Einer unserer ersten Stopps in Schweden war eine Werkstatt wegen unserer Reifen. Und ganz ehrlich: Wir waren wirklich begeistert, wie unkompliziert und schnell dort alles lief.
Wir waren Mittwoch früh dort, haben alles besprochen und direkt einen Termin für Freitag bekommen. Dazwischen lag sogar noch der Feiertag am Donnerstag und trotzdem waren die Reifen Freitagvormittag schon da. Als Philipp gegen 10 Uhr angerufen hat, hieß es einfach: „Ja, die Reifen sind da.
In Deutschland hatten wir vorher bereits einen Termin gehabt, konnten den aber am Ende nicht wahrnehmen, weil die Reifen nicht rechtzeitig geliefert wurden.
Deshalb waren wir hier wirklich positiv überrascht, wie reibungslos alles funktioniert hat.
Der Reifenwechsel selbst war dann innerhalb ungefähr einer Stunde erledigt. Schnell, freundlich und völlig entspannt.
Man hat einfach gemerkt, dass dort alles super organisiert war.
Und zum Schluss gab’s sogar noch kleine Auto-Gummibärchen 🙂 .
Mega zufrieden ging es danach für uns weiter Richtung nächstes Abenteuer.


Camper Leben heißt: jeden tag woanders aufwachen und sich trotzdem zuhause fühlen
Kleine Dinge, die uns in Schweden direkt aufgefallen sind
Je länger wir unterwegs waren, desto mehr kleine Dinge sind uns aufgefallen.
Zum Beispiel werden Blitzer hier oft vorher angekündigt ,sogar direkt in Google Maps. Irgendwie entspannt das das Fahren total. Außerdem startet hier gefühlt jeder extrem früh in den Tag. Morgens um 7 Uhr sind viele schon unterwegs, joggen oder sitzen bereits draußen mit Kaffee.
Was wir auch richtig schön finden:
Überall gibt es öffentliche Plätze zum Grillen oder Picknicken. Viele sitzen einfach draußen zusammen und genießen das Wetter. Generell wirken die Menschen hier deutlich entspannter. Selbst bei Regen sind alle draußen unterwegs, laufen mit ihren Hunden spazieren oder sitzen gemütlich irgendwo am Wasser
. Und Hunde gehören hier irgendwie ganz selbstverständlich dazu. Wir haben sogar Menschen gesehen, die mit ihren Katzen unterwegs waren :).
Was uns außerdem überrascht hat:
Die Straßen sind bisher wirklich gut. Deutlich weniger Schlaglöcher als wir erwartet hätten und insgesamt fährt es sich hier unglaublich angenehm.
Und obwohl wir jetzt schon einige Kilometer gefahren sind, hatten wir bisher noch nicht einmal wirklich Stau. Irgendwie fühlt sich hier vieles ruhiger an. Weniger hektisch. Weniger laut.
Wandern, Schloss und endlich Sonne
Am 14.05. hatten wir schönes Wetter und haben das direkt genutzt.
Also sind wir los und ungefähr 10 Kilometer gelaufen. Durch den Wald, über einen Golfplatz und später wieder zurück. Das Schloss und der Park dort waren wirklich richtig schön. Mitten im Park stand einfach eine mintgrüne Hollywoodschaukel. Da haben wir uns dann tatsächlich zu dritt draufgesetzt. Unterwegs haben uns wieder total viele Leute mit einem kleinen „Hey“ oder „Hey hey“ gegrüßt.
Irgendwie macht das direkt gute Laune. Generell sitzen hier total viele Menschen draußen. Manche picknicken einfach irgendwo, andere grillen an öffentlichen Plätzen oder sitzen nur zusammen am Wasser.
Abends haben wir dann noch Karten gespielt und festgestellt, dass meine Briefe mittlerweile überall angekommen sind. Ja wirklich noch ganz oldschool mit Papier, Stift und Briefmarke .
Irgendwie schön, dass sowas heute trotzdem noch funktioniert.

Einkaufen in Schweden
Die Preise hier sind definitiv höher. Vor allem beim Einkaufen merkt man das schnell. Trotzdem macht Einkaufen hier irgendwie Spaß.
Es gibt:
- lose Süßigkeiten zum Selbstmischen
- andere Brotaufstriche
- Wurst aus Tuben
- richtig gute Backwaren
- Nur das Brot …
Dieses „Schwarzbrot“, das wir gekauft hatten, schmeckte eher süß. Damit kommen wir bisher noch nicht ganz klar .
Der Wasserfall Forsakar
Nach dem Reifenwechsel sind wir weiter zum Wasserfall Forsakar gefahren. Die Runde dort ist zwar nicht lang, aber teilweise echt anstrengend. Manche Stufen sind riesig. Für Menschen mit Knieproblemen würden wir den Weg eher nicht empfehlen.
Aber die Aussicht war wirklich wunderschön. Es gibt mehrere kleine Plattformen, von denen man auf den Wasserfall schauen kann.
Übernachtet haben wir später auf einem Parkplatz in der Nähe.
Zum Abendessen gab’s Grieß mit Apfelmus.
Camper Küche Deluxe :).

Das gemütlichste Café bisher
Eines unserer bisherigen Highlights war definitiv das Café Drömmen.
Allein die Lage dort war schon wunderschön. Sonne, Aussicht und überall diese ruhige gemütliche Atmosphäre. So ein Café, in das man reingeht und sich direkt wohlfühlt. Wir haben erst gefragt, ob wir mit Keisy draußen sitzen dürfen und eigentlich wollten wir nur etwas zum Mitnehmen holen. Am Ende haben wir uns dann aber doch draußen hingesetzt, weil es einfach viel zu schön war. Die Bedienung war unglaublich freundlich und sprach super Englisch. Und ich stand dort erstmal und mir fiel einfach das englische Wort für Zimtschnecke nicht ein .Irgendwann habe ich dann einfach mit den Händen einen Kringel gezeigt 🙂 Hat zum Glück funktioniert.
Kurz danach kamen die frisch gebackenen Zimtschnecken aus dem Ofen und alleine der Geruch war schon herrlich.
Später wollten wir noch etwas bestellen und plötzlich funktionierte meine Karte nicht mehr. Natürlich genau in dem Moment, in dem man gerade versucht halbwegs souverän auf Englisch zu bestellen . Mir war das wirklich unangenehm, aber die Bedienung blieb total entspannt und herzlich. Philipp kam dann später mit rein und hat bezahlt. Am Ende hatten wir zwei Kaffees und zwei riesige frische Zimtschnecken für ungefähr 10,50 €. Und ganz ehrlich:
Diese Zimtschnecken waren einfach unfassbar lecker. Warm, weich und richtig frisch. So eine richtige kleine Geschmacksexplosion.

Stellplätze in Schweden sind gar nicht so einfach
Was wir in der ersten Woche schnell gemerkt haben:
Die Stellplatzsuche in Schweden ist gar nicht so einfach, wie viele vielleicht denken. Man darf nicht überall stehen und manche Plätze sind für das, was sie am Ende bieten, wirklich ziemlich teuer.
Umso schöner war es, als wir unseren Platz in Tingsryd gefunden haben. Wir standen auf dem Näset Naturcampingplatz direkt am Wasser und haben uns dort sofort wohlgefühlt. Trotz Regen hatte der Platz irgendwie eine total gemütliche Atmosphäre. Es gab dort Frischwasser, Entsorgung, WC, einen Hundestrand und sogar einen extra Bereich für Zelte. Für ungefähr 17 Euro fanden wir den Platz wirklich völlig in Ordnung. Abends saßen wir dann im Camper und plötzlich standen draußen gleich zwei Regenbogen am Himmel. Einer dieser Momente, bei denen man automatisch kurz innehält und einfach nur schaut.
Der Morgen, an dem Philipp alle geweckt hat
Am nächsten Morgen ging plötzlich der Gasalarm los :).Wahrscheinlich wegen der Knack-&-Back-Brötchen. Gefühlt war erstmal der ganze Platz wach. Danach gab’s Kaffee, wir haben alles aufgefüllt und sind weiter Richtung Öland gefahren.
Öland und die Sache mit der Schlange
Die Fahrt über die Brücke nach Öland war einfach traumhaft. Sonnenschein, Wasserblick und kaum Verkehr. Überhaupt fährt sich Schweden unglaublich entspannt. Niemand drängelt ständig oder fährt aggressiv. Auf Öland änderte sich die Landschaft plötzlich komplett. Viel mehr Steine, Grasflächen und offene Landschaften. Und dann kam die Schlange. Mitten an dem Wanderweg. Ich habe wirklich fast einen Herzinfarkt bekommen. Ich kann diese Viecher absolut nicht ab. Seitdem darf Keisy hier definitiv nicht mehr zu weit ins hohe Gras laufen. Die Schweden dagegen wirken bei sowas komplett entspannt und lassen ihre Hunde einfach durchs Gestrüpp laufen. Für mich absolut unverständlich.
Die Fahrt über die Brück nach Öland war übrigens eines dieser Momente, bei denen man einfach still aus dem fensterschaut und denkt : Okay …
dafür machen wir das hier.
Unser Fazit nach der ersten Woche Schweden
Die erste Woche in Schweden mit dem Camper war irgendwie von allem etwas.
Regen, Sonne, Fähre, Stellplatzsuche, Zimtschnecken, Wanderungen und zwischendurch immer wieder diese Ruhe. Dieses Gefühl, einfach mal durchzuatmen.
Und obwohl noch längst nicht alles perfekt ist, fühlt sich das hier gerade ziemlich richtig an.
Keisy macht sowieso alles mit, als wäre genau das ihr größter Traum. Hauptsache dabei. Hauptsache zusammen unterwegs.

Tipps nach unserer ersten Woche in Schweden mit dem Camper
Wenn ihr wirklich bis hier unten gelesen habt: Danke ❤️
Es bedeutet uns ehrlich total viel, dass ihr unsere Reise begleitet und euch die Zeit nehmt, unsere kleinen Geschichten, Gedanken und Erlebnisse mitzulesen.
Falls ihr Anmerkungen, Tipps oder vielleicht sogar Wunschthemen habt, schreibt sie uns super gerne in die Kommentare. Wir freuen uns wirklich über jeden Austausch.
Und jetzt interessiert uns natürlich noch:
Wart ihr schon einmal mit dem Camper in Schweden unterwegs?
Und ganz wichtig:
Esst ihr Schupfnudeln eigentlich süß oder nur herzhaft?
Falls ihr unseren letzten Beitrag aus den Niederlanden noch nicht gelesen habt, schaut gerne auch dort vorbei:
Mit dem Camper in den Niederlanden Unsere erste Woche zwischen Alltag und Abenteuer

Wieder mal ein absolut, gelungener Blog Beitrag. Wie schön du alles schreibst und die Bilder sind zauberhaft. Freue mich auf den nächsten Bericht 💚
Danke dir wirklich 💚
Solche Worte motivieren mich gerade unglaublich.
Ich freue mich jedes Mal, wenn jemand merkt, wie viel Herz und echte Gefühle in meinen Texten stecken.Und genau deshalb liebe ich es, unsere Reise festzuhalten.
Danke, dass du mitliest und unseren Weg begleitest .