Sehenswürdigkeiten in Finnland: Unsere Highlights & Kosten

Finnische Waldlandschaft – Sehenswürdigkeiten in Finnland und unsere persönlichen Highlights

24 Tage. 3.555 Kilometer. 1.847,52 Euro.

So lässt sich unsere Reise durch Finnland ziemlich nüchtern zusammenfassen.
Aber diese drei Zahlen erzählen natürlich nicht, was wir in diesen 24 Tagen alles gesehen und erlebt haben.

Wir sind vom hohen Norden bis in den Süden gefahren, haben Rentiere am Straßenrand beobachtet, sind durch Nationalparks und Naturreservate gewandert, über Holzstege durch Moore gelaufen und haben kleine historische Orte entdeckt, von denen wir vor unserer Reise teilweise noch nie gehört hatten.

Und wenn ich hier von Sehenswürdigkeiten in Finnland spreche, meine ich übrigens nicht nur die klassischen Attraktionen. Für uns gehören genauso Nationalparks, historische Orte, kleine Städte, besondere Wanderwege und Plätze in der Natur dazu, die uns unterwegs begeistert haben.

Denn was ist eigentlich sehenswert?
Für mich kann ein kleiner historischer Ort genauso besonders sein wie ein Nationalpark. Ein ruhiger Wanderweg kann mir besser gefallen als eine bekannte Sehenswürdigkeit, zu der jeder fährt. Deshalb gibt es hier keine klassische „Diese 10 Orte MUSST du in Finnland gesehen haben“-Liste.

Ich zeige dir lieber die Orte, die uns persönlich in Erinnerung geblieben sind, welche wir beim nächsten Mal auslassen würden und natürlich, was uns 24 Tage und 3.555 Kilometer durch Finnland tatsächlich gekostet haben.

Wenn du vorher noch ein bisschen mehr über das Land selbst erfahren möchtest, von finnischer Saunakultur über Teppichwaschplätze bis zur Sprache, findest du hier meinen Beitrag Wissenswertes über Finnland

Grüne Flusslandschaft in Finnland zwischen Bäumen und dichter Natur

Inhaltsverzeichnis


Welche Sehenswürdigkeiten in Finnland lohnen sich wirklich?

Die Nächsten könnten stundenlang durch kleine Läden schlendern und kommen garantiert mit irgendeinem Mitbringsel wieder raus. Andere klappern jede bekannte Sehenswürdigkeit ab, schließlich braucht man ja auch noch das Foto, das gefühlt schon ganz Instagram hat. Und dann gibt es diejenigen, die am liebsten irgendwo mitten in der Natur sitzen, aufs Wasser schauen und eigentlich gar nichts brauchen.
Was davon besser ist? Gar nichts.

Denn genau deshalb ist die Frage nach den schönsten Sehenswürdigkeiten in Finnland gar nicht so einfach.

Ich persönlich brauche wahrscheinlich genau diese Mischung. Ich liebe Nationalparks, Naturreservate, Wanderwege und ruhige Orte am Wasser. Gleichzeitig kann ich aber auch ewig durch einen historischen Ort laufen und mir alte Holz- oder Backsteinhäuser anschauen.
Deshalb könnte ich dir auch keine ehrliche Top 5 nennen. Rauma gehört definitiv dazu. Auttiköngäs ist mir wegen des hundefreundlichen Wanderweges in Erinnerung geblieben. Ruotsinpyhtää fand ich wunderschön. Und dann wären da noch all die Nationalparks und Naturgebiete.

Also machen wir es anders:
Keine Rangliste, sondern die Sehenswürdigkeiten und Orte in Finnland, die uns persönlich besonders gefallen haben.

Bevor wir dir unsere schönsten Orte einzeln zeigen: Hier kommen erst einmal 24 Tage Finnland in zwei Minuten.

Rauma mein persönlicher Städtefavorit

Wenn ich mich bei den Städten entscheiden müsste, wäre die Antwort ziemlich eindeutig: Rauma hat mir persönlich am besten gefallen. Vor allem die Altstadt mit ihren alten Holzhäusern hatte es mir angetan. Kleine Straßen, unterschiedliche Farben und überall gab es etwas zu entdecken. Genau solche Orte mag ich.

Die Altstadt Old Rauma gehört seit 1991 sogar zum UNESCO-Welterbe und ist eines der am besten erhaltenen historischen Holzstadtgebiete Nordeuropas. Trotzdem hatte ich dort nicht das Gefühl, durch eine künstlich erhaltene Kulisse zu laufen. Es ist ein historischer Teil der Stadt, in dem weiterhin ganz normales Leben stattfindet.

Und genau diese Mischung hat mir gefallen.
Wenn du alte Holzhäuser genauso gerne magst wie ich, würde ich Rauma definitiv einplanen.


Ruotsinpyhtää & Strömfors klein, ruhig und wunderschön

Nicht jeder sehenswerte Ort muss riesig sein.
Ruotsinpyhtää und das historische Strömfors sind dafür ein ziemlich gutes Beispiel.
Alte Holz- und Backsteingebäude, kleine Geschäfte, Geschichte und vor allem eine angenehme Ruhe, genau diese Mischung hat mir gefallen. Wir sind einfach durch den Ort gelaufen, haben uns umgesehen und die Atmosphäre genossen. In einem der kleinen Geschäfte habe ich mir sogar eine Seife gekauft, die jetzt als Erinnerung mit uns weiterreist.

Solche Mitbringsel mag ich sowieso lieber als irgendein klassisches Souvenir. Wenn ich sie später benutze, denke ich wahrscheinlich sofort wieder an diesen kleinen Ort in Finnland zurück.

Und genau deshalb ist Ruotsinpyhtää für mich eine dieser Sehenswürdigkeiten in Finnland, die gar kein riesiges Spektakel brauchen. Der Ort selbst war das Schöne daran.

Historische rote Holzhäuser am Wasser in Ruotsinpyhtää in Finnland

Verla
Geschichte zwischen Backstein und Natur

Auch Verla hat mir richtig gut gefallen.

Alte Backsteingebäude, Wasser, Wald und Geschichte treffen hier aufeinander.
Die ehemalige Holzschleiferei und Kartonfabrik von Verla gehört seit 1996 zum UNESCO-Welterbe. Die Anlage ist außergewöhnlich gut erhalten und zeigt ein Stück finnischer Industriegeschichte.

Ich mag solche Orte sowieso. Nicht einfach nur ein schönes Gebäude anschauen, Foto machen und weiter, sondern gleichzeitig etwas über die Geschichte dahinter erfahren.
Und dann liegt das Ganze auch noch mitten in der Natur. Perfekte Kombination für mich.

Hier kannst du mehr über Verla erfahren.

Historisches Gebäude und Brücke in Verla in Finnland

Vaasa
eine Stadt,
die wir gar nicht auf dem Schirm hatten

Vaasa stand ursprünglich nicht groß auf unserer Liste.

Den Tipp bekamen wir unterwegs und zum Glück haben wir ihn angenommen. Uns gefiel die Mischung aus älteren Häusern, modernen Bereichen, Einkaufszentren, Hafen und ganz viel Grün.
Wir konnten am Wasser entlanglaufen, unterschiedliche Viertel anschauen und trotzdem fühlte sich die Stadt nicht unangenehm voll an.

Auch die finnisch-schwedische Kultur ist dort deutlich spürbar. Auf Produkten und Beschilderungen begegneten uns Finnisch und Schwedisch nebeneinander. Nach so vielen finnischen Wörtern plötzlich wieder etwas lesen zu können, war tatsächlich ganz angenehm. Vaasa war für uns eine der positiven Überraschungen in Finnland.

Vaasa/ Vasa ein Gullydeckel aufgenommen auf unserer reise durch Finnland

Inari
Ruhe im hohen Norden

Inari war wieder ganz anders. Hier ging es für uns weniger um eine einzelne Sehenswürdigkeit als um dieses Gefühl, wirklich im hohen Norden angekommen zu sein. Viel Natur, wenig Menschen und unglaublich viel Platz.

Auf unserem Campingplatz lag sogar einfach ein Rentier herum. Ganz normaler Tag in Finnland.

Inari war außerdem einer der Orte, an denen wir gemerkt haben, wie ruhig und teilweise auch einsam Finnland sein kann. Für ein paar Tage fanden wir genau das wunderschön. Ob man dauerhaft so leben möchte, ist natürlich eine andere Frage.

Tummamäki Nature Trail
Natur trifft auf ehemaligen Granitabbau

Der Tummamäki Nature Trail war einer unserer ungewöhnlicheren Naturstopps.
Früher wurde in diesem Gebiet Granit abgebaut. Heute kann man dort wandern, die Natur genießen, picknicken, sitzen und an den ehemaligen Steinbrüchen ans Wasser gehen. Die mit Wasser gefüllten Steinbrüche sind teilweise mehrere zehn Meter tief.

Gerade diese Mischung fanden wir spannend: Man sieht noch, wie der Ort früher genutzt wurde, während sich die Natur längst große Teile zurückgeholt hat.

Der Rundweg selbst ist nicht besonders lang, aber schön. Es gibt Aussichtspunkte und für Kinder sogar einen kleinen Trollpfad. Man muss also nicht immer einen halben Tag wandern, damit sich ein Natur stopp lohnt.

Und wenn wir noch einmal hierherkommen, bringen wir ein Schloss mit. An einer dafür vorgesehenen Brücke hängen bereits ein paar Schlösser, unseres fehlt also noch.

Steinabbau Gebiet in Finnland


Auttiköngäs ein besonderer Ort mit Hund

Bei Auttiköngäs muss ich allerdings zuerst über die Anfahrt reden.

Die war für uns… bodenlos. :).
Mit unserem Camper war das definitiv keine Fahrt, bei der wir entspannt am Lenkrad saßen.

Der Ort selbst hat dafür einiges wieder gutgemacht. Wasserfall, Wanderwege, Aussichtsturm, Natur und sogar ein Museum ,hier kann man problemlos einige Zeit verbringen.

Wir haben uns nachmittags in dem kleinen Café einen Kakao geholt, der wirklich richtig lecker war. Die Bedienung war super nett und hat uns sogar Tipps für unsere weitere Route gegeben. Unter anderem Rauma und Vaasa. Damit lag sie ziemlich richtig.

Was mir aber besonders in Erinnerung geblieben ist, war der hundefreundliche Wanderweg. An Übergängen waren extra Bretter für Hunde angebracht, sodass auch Keisy gut darüberlaufen konnte. Vielleicht klingt das erst einmal nach einer Kleinigkeit.

Wenn man aber mit Hund reist, merkt man schnell, wie schön es ist, wenn bei einem Wanderweg auch daran gedacht wurde.Solche Details bleiben bei mir hängen.

freundlicher Hunde weg. Sehenswürdigkeit in Finnland. Treppe ist extra für Hunde mit Bretter gemacht worden.


Selkämeri National Park bei Pori

Der Selkämeri National Park bei Pori war wieder komplett anders. Wir liefen über sehr gut erhaltene Holzwege durch eine Landschaft aus Moor, Schilf, Wasser und Wald.

Es gab verschiedene Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung und wir haben tatsächlich einige Menschen mit großen Kameras gesehen, die genau dafür dort waren.
Wir hätten noch deutlich mehr erkunden und weiter Richtung Strand wandern können.
Aber unser Tagesplan war mal wieder größer als der Tag selbst. Auch Keisy war mit dabei.

Besonders positiv fand ich, dass dort ebenfalls an Menschen gedacht wurde, die nicht einfach jeden Wanderweg bewältigen können. Es gab einen zugänglichen Aussichtspunkt beziehungsweise Aussichtsturm. Natur sollte schließlich nicht nur für Menschen erlebbar sein, die problemlos über Stock und Stein laufen können.

Und dann hatten wir dort noch eine tierische Begegnung: Eine Kreutsotter. Sie war weit genug entfernt aber sie war da. Auch das gehört eben zur Natur.

Vogelbeobachtungsturm  bei einer Wanderung durch Finnland auf der suche nach Sehenswürdigkeiten in Finnland. War ein sehr schönes wandergebiet.


Weitere Nationalparks und Naturorte in Finnland

Wir haben in 24 Tagen so viele Naturgebiete besucht, dass ich hier gar nicht jedes einzeln ausführlich beschreiben möchte.
Unter anderem waren wir auch im oder am:
Kevo-Naturreservat
Syöte-Nationalpark
Riisitunturi
Kauhaneva-Pohjankangas
Sipoonkorpi
Karhunpesäkivi
und an weiteren Wanderwegen und Naturorten.

Mal liefen wir durch dichten Wald, mal über Holzstege durch Moore, um Seen herum oder auf einen Berg mit wunderschöner Aussicht. Und genau das hat mir an Finnland gefallen:
Wald ist eben nicht einfach nur Wald. Die Landschaft verändert sich immer wieder.

Besonders positiv ist uns außerdem die Infrastruktur aufgefallen. Je nach Gebiet fanden wir gut markierte Wege, Holzstege, Feuerstellen, Schutzhütten, Trockentoiletten, Aussichtspunkte und teilweise sogar Trinkwassermöglichkeiten.

Natürlich gibt es nicht an jedem Wanderweg automatisch alles davon. Wir haben deshalb vorher immer geschaut, was am jeweiligen Ausgangspunkt vorhanden ist.

Viele Informationen zu Wanderwegen, Nationalparks, Regeln und Ausstattung findet man direkt beim offiziellen finnischen Naturportal.


Kauhaneva-Pohjankangas

Auch Kauhaneva-Pohjankangas ist mir in Erinnerung geblieben.

Wieder gab es schöne Wege und Holzstege, wir konnten am Wasser entlanglaufen und hörten Vögel laut über das Wasser rufen. Alles wirkte sehr gepflegt.

Es gab einen Parkplatz, sogar extra Parkbuchten für Camper, WC und sogar Möglichkeiten Wasser von einem Hahn zu bekommen. Genau solche Orte waren für uns mit dem Camper praktisch: ankommen, Schuhe an und loslaufen. Kein großes Programm. Einfach raus.


Manchmal bleiben die kleinen Dinge hängen

Nicht jede Erinnerung unserer Finnland-Reise hat einen eigenen Punkt bei Google Maps. Uns sind unterwegs zum Beispiel immer wieder Bartflechten an den Bäumen aufgefallen. Sie reagieren empfindlich auf verschiedene Luftschadstoffe und können deshalb unter anderem Hinweise auf die Luftqualität eines Gebietes geben.

Vor allem sahen sie aber einfach faszinierend aus.
Und irgendwie passten sie zu unserem Eindruck von Finnland. Grün, sauber und an vielen Orten unglaublich naturbelassen.

Überhaupt ist uns die Sauberkeit immer wieder aufgefallen. Natürlich haben wir nicht jeden Winkel Finnlands gesehen. Aber auf unserer Route gab es erstaunlich wenige Orte, an denen Müll herumlag.

Seen, Wanderwege, Parkplätze und kleine Orte wirkten meistens sauber und gepflegt. Das ist definitiv etwas, das bei uns hängen geblieben ist.


Tampere, Großstadt kann auch grün

Wir haben uns natürlich nicht nur kleine Orte und Natur angesehen.

Tampere ist deutlich größer, und trotzdem gab es auch dort Bereiche, die mir richtig gut gefallen haben. Besonders schön fand ich einen grünen Stadtbereich mit Aussichtsturm. Das ist genau die Art von Stadt, die bei mir bessere Chancen hat.

Ich brauche nicht nur Geschäfte, Straßen und Gebäude. Wenn sich Grünflächen, Wasser oder Aussichtspunkte mit einer Stadt verbinden, gefällt mir das meistens deutlich besser.

Aussicht von einem Aussichtsturm in Tampere


Was kosten 24 Tage Finnland mit dem Camper?

Nach all den schönen Orten kommen wir zu einer Frage, die bei der Reiseplanung wahrscheinlich fast jeden interessiert: Was haben uns 24 Tage Finnland eigentlich gekostet?

24 Tage waren wir in Finnland unterwegs und sind insgesamt 3.555 Kilometer gefahren,von Karigasniemi im Norden bis nach Helsinki, wo es für uns mit der Fähre weiter nach Tallinn ging.

Dabei haben wir nicht versucht, möglichst billig zu reisen. Wir waren essen, haben Kaffee getrunken, Souvenirs gekauft, uns auch mal etwas gegönnt und zweimal auf einem Campingplatz übernachtet.

Unsere Gesamtkosten: 1.847,52 Euro.
Das entspricht ungefähr 76,98 Euro pro Tag für uns zusammen.

Unsere Finnland-Kosten im Überblick

Tanken & AdBlue: 732,35 €
Einkaufen: 420,74 €
Fähre: 171,00 €
Restaurant: 132,20 €
Internet & Handy: 123,97 €
Shopping & Souvenirs: 86,50 €
Campingplätze: 65,00 €
Kaffee: 59,57 €
Keisy: 50,40 €
Duschen: 4,00 €
Parken: 1,79 €
Gesamt: 1.847,52 €

Unser mit Abstand größter Kostenpunkt war damit Tanken & AdBlue.
Bei 3.555 gefahrenen Kilometern aber auch nicht wirklich überraschend.

Wenn du wissen möchtest, wie unsere ersten Wochen mit dem Camper in Finnland aussahen, findest du hier unseren ausführlicheren Reisebericht:
Finnland mit dem Camper – unsere ersten Wochen

Einkaufen in Finnland: teuer oder gar nicht so schlimm?

Nach Norwegen kam uns Finnland zunächst deutlich günstiger vor. Am Ende würde ich aber sagen: Günstig ist Finnland nicht, unbezahlbar aber auch nicht.
Für Lebensmittel haben wir in 24 Tagen 420,74 Euro ausgegeben. Das sind rund 17,53 Euro pro Tag.

Wir haben viel Gemüse gekauft und daraus im Camper regelmäßig Salate gemacht. Gurken waren teilweise überraschend günstig, gutes Roggenbrot und Knäckebrot haben wir ebenfalls gefunden. Bei anderen Dingen war die Auswahl kleiner als bei uns in Deutschland zum Beispiel bei Aufbackbrötchen.

Und dann war da noch unser Schnäppchen des Monats:
500 Gramm Kaffee für 2,49 Euro. Wir dachten: Für den Preis probieren wir den. Tja. Er schmeckte nach Erde. Aber immerhin können wir jetzt behaupten, wahrscheinlich den günstigsten, und einen der schlechtesten Kaffees unserer bisherigen Reise gefunden zu haben.


Eine Sache aus finnischen Supermärkten würde ich sofort übernehmen

Vielleicht fällt einem so etwas besonders auf, wenn man selbst jahrelang im Einzelhandel gearbeitet hat. Die Kühlabteilungen fand ich teilweise richtig clever.

Die Ware kann von hinten aufgefüllt werden, während der Kunde sie vorne aus dem Kühlregal nimmt. Der Mitarbeiter muss also nicht mit seinem Wagen vor den Kunden stehen und während des laufenden Einkaufs das komplette Regal von vorne einräumen.

Als ehemalige Verkäuferin, die selbst genug Kühl Ware eingeräumt hat: Ich finde das genial. Es hat nur Vorteile für beide. Das System gab es auch schon in Norwegenn und in Schweden gab es das glaube auch schon.

Das ist wahrscheinlich keine Sehenswürdigkeit, wegen der jemand nach Finnland reist. Aber genau solche kleinen Unterschiede finde ich unterwegs spannend. Sie zeigen, wie Alltag in einem anderen Land funktioniert.

Einkaufs Laden in Finnland.


Campingplätze in Finnland: 65 Euro in 24 Tagen

Bei unseren Übernachtungen haben wir in Finnland erstaunlich wenig ausgegeben.

Wir waren während der gesamten Reise nur auf zwei Campingplätzen.
In Inari zahlten wir 40 Euro. Der zweite Campingplatz bei Syöte kostete nur 25 Euro.

Beide hatten richtig viel dabei: Stellplatz, Strom, Dusche, Sauna und die Möglichkeit, Wäsche zu waschen. Gerade wenn man länger mit dem Camper unterwegs ist, brauchen wir nicht jeden Abend einen Campingplatz. Aber irgendwann möchte man Wäsche waschen, ausgiebig duschen, alles versorgen und vielleicht auch einfach mal Strom anschließen. Dann genießen wir so einen Campingplatz auch richtig.

Wenig Parkkosten, dafür ein paar Erinnerungen mehr

Gerade einmal 1,79 Euro haben wir in 24 Tagen fürs Parken bezahlt, obwohl wir zahlreiche Nationalparks, Naturreservate, Städte und Wanderwege besucht haben.

Viele unserer schönsten Naturerlebnisse waren sogar komplett kostenlos. Trotzdem fanden wir häufig gepflegte Wege, Holzstege, Feuerstellen, Schutzhütten oder Trockentoiletten. Natürlich gilt auch hier: Regeln beachten, Müll mitnehmen und die Natur so hinterlassen, wie man sie vorgefunden hat.

Dafür haben wir an anderer Stelle gerne ein bisschen Geld ausgegeben. 86,50 Euro gingen für Shopping und Mitbringsel drauf. Unter anderem haben wir Moltebeer-Tee gekauft, den wir unbedingt noch probieren müssen, und aus Strömfors reist eine Seife als Erinnerung mit uns weiter.

Wir könnten natürlich jeden Kaffee, jedes Souvenir und jeden Restaurantbesuch streichen und anschließend sagen: „Schaut mal, wie günstig wir gereist sind!“
Aber so reisen wir nicht. Wir achten auf unsere Ausgaben, möchten unterwegs aber auch etwas erleben und uns hin und wieder etwas gönnen.


War Finnland für uns teuer?

Ja und nein.
Diesel war etwas teurer, als wir erwartet hatten. Bei Lebensmitteln war es sehr unterschiedlich. Manche Produkte waren teurer, andere haben uns positiv überrascht.

Auch Restaurants waren nicht automatisch unbezahlbar. An einer Skipiste haben wir beispielsweise für drei Burger mit Pommes und zwei Softgetränken ungefähr 30 Euro bezahlt.

Nach Norwegen fühlte sich Finnland zunächst deutlich günstiger an.
Im Nachhinein würde ich aber nicht sagen: Finnland ist billig.

Für uns waren die Preise insgesamt okay. Und das Land muss schließlich auch von irgendetwas leben. Was unsere Reisekasse deutlich entlastet hat, waren die vielen kostenlosen Naturerlebnisse und die sehr niedrigen Parkkosten.

Wir haben nicht jeden Euro zweimal umgedreht und sind trotzdem bei 1.847,52 Euro für 24 Tage geblieben. Damit können wir persönlich gut leben.


Was wir in Finnland noch nicht gesehen haben

Nach 24 Tagen und 3.555 Kilometern könnte man meinen, wir hätten Finnland jetzt durchgespielt.
Nicht einmal ansatzweise. Möhkö, Jämsä, Åland, Suomenlinna, Pinsiö und viele weitere Orte haben wir beispielsweise nicht mehr geschafft.

Und wahrscheinlich gibt es noch unzählige Plätze, von denen wir bisher nicht einmal gehört haben.

Aber irgendwann muss man sich entscheiden.
Wir wollten Finnland erleben und nicht jeden Tag nur Kilometer sammeln, damit wir am Ende möglichst viele Punkte auf einer Karte abhaken können.

Wer noch weitere Regionen und Reiseziele für die eigene Planung sucht, findet auf der offiziellen Tourismusseite von Visit Finland viele zusätzliche Ideen.

Wald und Wanderweg in Finnland

Unser Fazit nach 24 Tagen Finnland

Würden wir wiederkommen? Ja. Definitiv. Finnland hat bei uns einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Vieles erinnerte uns an Schweden – die Wälder, Seen, die Ruhe und dieses Gefühl, unglaublich viel Platz zu haben. An manchen Orten fühlten wir uns sogar ein bisschen wie im Spreewald.

Die Menschen haben wir als freundlich erlebt, auch wenn meistens wir diejenigen waren, die ein Gespräch angefangen haben. Mit Englisch kamen wir gut zurecht. Nur mit Finnisch werden wir wohl so schnell keine längeren Gespräche führen.

Und dann wäre da noch der Winter. Wir haben uns unterwegs immer wieder Bilder von den Orten im Winter angeschaut und regelmäßig gedacht: „Da liegt WIE VIEL Schnee?! Schön anzusehen? Absolut.
Dort mehrere Monate leben? Darüber müssten wir noch einmal reden.

Nach 24 Tagen und 3.555 Kilometern haben wir unglaublich viel von Finnland gesehen und trotzdem längst nicht alles.

Und vielleicht muss man das auch gar nicht. Denn am Ende sind es nicht unbedingt die berühmtesten Sehenswürdigkeiten, an die wir uns erinnern werden. Sondern ein Rentier auf dem Campingplatz, ein richtig guter Kakao, ein besonders hundefreundlicher Wanderweg, kleine historische Orte oder irgendein ruhiger Abend mitten in der Natur.

Unser persönliches Länder-Ranking unserer bisherigen Reise sieht inzwischen so aus:
1. Schweden
2. Finnland
3. Niederlande
4. Norwegen
Ja, Norwegen tatsächlich erst auf Platz vier. Die Landschaft dort ist unglaublich – aber für uns gehört zu einem Land eben mehr als nur eine schöne Aussicht.

Nach 24 Tagen hieß es dann Abschied nehmen. In Helsinki ging unser Camper auf die Fähre und wenige Stunden später waren wir schon im nächsten Land: Estland.

Nach mehreren Monaten in Skandinavien waren wir ziemlich gespannt, was uns im Baltikum erwartet.
Und Finnland? Da waren wir bestimmt nicht zum letzten Mal.

Keisy auf der Fähre von Helsinki nach Tallin. Das Ende der Finnland Reise. Sehenswürdigkeiten in Finnland


FAQ: Sehenswürdigkeiten und Kosten in Finnland


Danke für deine Zeit ❤️

Wenn du bis hierher gelesen hast, möchte ich dir wirklich Danke sagen.

Denn Zeit ist etwas Wertvolles und ganz sicher nicht selbstverständlich. Umso mehr bedeutet es mir, dass du einen Teil davon hier auf meinem Blog verbringst und unsere Reise begleitest. Hinter diesen Beiträgen stecken unsere echten Erlebnisse, Erinnerungen und natürlich auch einiges an Arbeit. Wenn dir davon etwas bei deiner eigenen Reise hilft, du einen Ort entdeckst, den du vorher noch nicht kanntest oder einfach für ein paar Minuten mit uns unterwegs bist, dann freut mich das wirklich sehr.

Warst du selbst schon einmal in Finnland?
Welcher Ort ist dir besonders in Erinnerung geblieben oder was steht noch auf deiner Liste?
Schreib es mir gerne in die Kommentare. Vielleicht entdecken wir dadurch sogar einen Ort, den wir bei unserer nächsten Finnland-Reise unbedingt besuchen sollten.

Danke, dass du hier bist und ein Stück mit uns reist.
Bis zum nächsten Beitrag, dann aus Estland

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