Eine Woche wohnen wir jetzt schon in unserem Hektor und ich muss sagen: Es fühlt sich einfach richtig an.
Die ersten Tage waren irgendwie noch wie Urlaub.
Alles neu, alles aufregend. Und jetzt sitzen wir hier, trinken unseren Kaffee, gehen mit Keisy raus und planen den nächsten Tag. Nicht wie im Urlaub. Sondern einfach… unser Alltag.
Wir fahren nicht mehr zurück. Wir leben jetzt hier.
Und manchmal sitze ich einfach da und denke mir:
Das ist gerade wirklich unser Leben.

Falls ihr unseren Start verpasst habt oder wissen wollt, wie wir unser ganzes Hab und Gut in diesen Camper bekommen haben, schaut euch unbedingt noch mal unsere Camper Packliste an.
Viele von euch haben mir geschrieben, dass ihr niemals ohne eure Schlafkissen verreisen würdet. Ich musste schmunzeln, weil es mir mittlerweile genauso geht.
Manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die den Unterschied machen, wenn das Zuhause plötzlich auf Rädern steht.
Wenn der Alltag einkehrt:
Arbeiten auf engem Raum
Seit diesem Montag sieht unsere Welt noch einmal anders aus, denn mein Mann arbeitet wieder den ganzen Tag.
Das ist der Moment, in dem man merkt, ob das Projekt „Leben im Camper“ wirklich funktioniert.
Während er konzentriert vor seinem Laptop sitzt, versuche ich, meinen Rhythmus zu finden. Manchmal sitze ich draußen, die Sonne im Gesicht, schaue auf die weiten Radwege und irgendwo im Gras verschwindet Keisy wieder, weil irgendetwas plötzlich viel spannender riecht als alles andere.
Es läuft erstaunlich prima.
Jeder macht so ein bisschen sein Ding, aber wir arbeiten trotzdem gut zusammen. Und das Schönste: Er kocht mir immer noch zwischendurch diesen herrlich frischen Kaffee.
Man sitzt dann da in der Sonne und denkt sich einfach nur: Genau so möchte man das haben. Es ist eine ganz andere Herangehensweise als im Urlaub.
Man ist viel achtsamer, genießt die Ruhe ohne den ganzen negativen Ballast von zu Hause und freut sich über die kleinen Fortschritte, die wir als Team machen. Wir genießen die Zeit so sehr, dass wir fast vergessen, dass wir eigentlich „arbeiten“.
Pfoten Glück:
Mit dem Hund
durch die Natur
Ein riesiger Pluspunkt ist, wie wohl sich Keisy hier fühlt.
Wir haben schon so viele traumhafte Wege entdeckt, die man wunderbar mit seinem Hund laufen kann. Ob es über endlose Felder geht, durch kleine Wälder oder direkt am Wasser entlang, die Niederlande überraschen uns jeden Tag aufs Neue. Es ist einfach herrlich zu sehen, wie sie stehen bleibt, die Nase in den Wind hält und einfach alles in sich aufsaugt. Manchmal bellt sie die Tiere an und versucht die zurecht zuweisen. Sie hat einfach ihren Spaß und ich glaube einfach, sie spürt wie wohl wir uns fühlen.
Aber ein wichtiger Tipp an alle, die auch mit dem Hund in den Niederlanden unterwegs sind: Achtet unbedingt darauf, die Hinterlassenschaften eurer Fellnase sofort aufzuheben. Die Niederländer sind da sehr konsequent (zu Recht!) und die Strafen können ordentlich ins Geld gehen. In einem Land, das so sauber und hundefreundlich ist, gehört das für uns aber sowieso einfach dazu.

Kulinarisches Glück und der Wahnsinn auf zwei Rädern
Was war unsere erste Amtshandlung nach der Ankunft?
Genau: ab in den Supermarkt.
Wir sind jetzt das zweite Mal in den Niederlanden und es gibt Dinge, die einfach Tradition sind. Ganz oben auf der Liste: Hagelslag. Diese Schokostreusel auf einem Toast mit guter Butter sind für uns einfach pures Frühstücksglück.
Wir haben auch schon Poffertjes gegessen, diese kleinen, dicken Pfannkuchen mit Puderzucker. Warm, süß, ein bisschen chaotisch zu essen aber genau das macht sie so besonders. Die sind sehr lecker.
Draußen vor der Tür ist das Land eine absolute Fahrradnation. Alles ist flach, die Wege sind perfekt ausgebaut, aber die Radfahrer hier sind echt eine Klasse für sich. Sie fahren oft in Gruppen und ziemlich schnell.
Als Fußgänger muss man da echt aufmerksam sein.
Aber ganz ehrlich:Die Natur entschädigt für alles. Wir haben hier schon Pferde, Schweine, Schafe und Hasen gesehen.
Es ist unfassbar friedlich, besonders auf unserem Campingplatz,
der ist ech richtig schön und ruhig.

Das bunte Gold der Felder
Ein Highlight sind natürlich die Tulpen.
Überall leuchten die Farben und trotzdem steckt dahinter eine ganz andere Realität.
Ich habe gelernt, dass die Felder gar nicht primär für die schönen Blumen gedacht sind, die man später kauft.
Das eigentliche Gold sind die Tulpenzwiebeln unter der Erde.
Damit die ganze Energie der Pflanze in die Zwiebel fließt, werden die Blüten oft abgeschnitten. Im ersten Moment wirkt das traurig.
Aber gleichzeitig ist es Teil einer jahrhundertealten Tradition. Wenn dich interessiert, warum das genau so gemacht wird,
kannst du hier mehr über die Geschichte dahinter erfahren.
Und irgendwie fühlt es sich gleichzeitig schön und traurig an.

Herzliche Begegnungen und Ausblick
Was mich diese Woche besonders berührt hat, sind die Menschen.
Wir haben eine wundervolle Holländerin getroffen, die ein Atelier hat und Kurse gibt. Diese Offenheit und Freundlichkeit ist sofort spürbar.
Selbst im Supermarkt wird man hier mit einem lächeln begrüßt.
Und auch der Betreiber von unserem Campingplatz ist super herzlich. Er kommt immer schauen, ob alles in Ordnung ist und fragt uns auch immer ob alles gut ist. Man fühlt sich einfach willkommen.
Wenn ihr mit dem Camper in den Niederlanden unterwegs seid und die Natur liebt, kann ich euch diesen Platz wirklich von Herzen empfehlen. Der Ort heißt Rijkel und ist genau das richtige, wenn man Ruhe sucht.
Hier gibt es Wälder, weite Felder, Tiere direkt vor der Tür und sogar Wasser, an dem man sparzieren gehen kann. Auch eine typische Windmühle ist ganz in der Nähe. Was ich besonders schön finde: hier gibt es sogar ein Atelier, in den man Workshops machen kann, zum Beispiel malen oder Keramik. Vielleicht mache ich das auch noch, mal sehen.
Der Betreiber spricht übrigens auch Deutsch, was vielen noch einfacher macht. Und praktisch ist alles da, was man braucht: Duschen, WC, Frischwasser auffüllen, Abwasser entsorgen und die Camper Toilette leeren alles super unkompliziert. Der nächste Supermarkt ist 3 Km entfernt, aber das läuft sich richtig gut weg und gehört irgendwie auch zum Erlebnis dazu.
Hier könnt ihr euch den Campingplatz anschauen.
Wir genießen gerade jede Minute, unterhalten uns mit den Leuten und gehen neue Wege. Ich bin schon wahnsinnig gespannt, wie sich alles weiter einspielt, wenn wir in den nächsten Wochen noch tiefer in unseren Alltag eintauchen.
Und ich merke immer mehr: Es sind genau die Begegnungen, die eine Reise wirklich besonders machen.
Es macht mich unheimlich glücklich zu sehen, dass immer mehr von euch hier vorbeischauen und uns begleiten. Dieser Blog wächst irgendwie mit uns mit und das fühlt sich einfach richtig schön an. Schön, dass du da bist.

Jetzt mal Butter bei die Fische
Könntest du dir vorstellen, wirklich im Camper zu leben oder wäre das nichts für dich?
Schreibe es mir super gerne unten in die Kommentare. Ich lese wirklich alles.
Die Fahrt geht weiter
Am Samstag geht es für uns weiter nach Epe.
Ein neuer Ort. Neue Wege.
Neue kleine Momente. Und ich bin ehrlich:
Ich habe keine Ahnung, was kommt.
Aber genau das ist das Schöne daran.
Und irgendwo zwischen Kaffee, Keisy im Gras und diesem neuen Alltag merke ich: Wir sind genau da, wo wir gerade sein sollen.

Bis zum nächsten mal 😉
Voll schön, ich hab mich grade gefühlt als wäre ich dabei, und würde alles mit erleben. Ich könnte es mir vorstellen in ein Camper zu leben. 🥰
Ach wie schön, dass freut mich.